Vereinsgeschichte der ÖGAHM – eine alpin- und höhenmedizinische Erfolgsgeschichte seit 1989
Es begann Mitte September 1988 beim Forum Davos International Symposium „Mountain Medicine, Safety in Alpinism“. Dort waren drei junge und enthusiastische Höhenmediziner aus Österreich als Referenten geladen.
Sie trafen sich in der Kaffeepause und sprachen darüber, wie man die Alpin- und Höhenmedizin in Österreich fördern und auf organisierte Beine stellen könnte. Vor allem ging es um die Frage, wie man den Informations- und Erfahrungsaustausch in diesem kaum wahrgenommenen medizinischen Randgebiet verbessern könnte. Es entstand die spontane Idee zur Gründung einer Österreichischen Bergmedizinischen Fachgesellschaft. Wenige Monate später sollten diese drei Herren die Gründer unserer Gesellschaft werden (v.l.n.r.):
Franz Berghold, Egon Humpeler und Wolfgang Schobersberger
Die Vereinsgründung war von Skepsis und ungewisser Erwartungshaltung geprägt, zumal die Unsicherheit bestand, ob wohl alle an Alpinmedizin Interessierten auch wirklich in einem gemeinsamen Boot Platz fänden. In Tirol gab es zwei Doyens der Gebirgs- und vor allem Bergrettungsmedizin, die beide dieses Gebiet für sich beanspruchten: Gerhard Flora (†) und Elmar Jenny (†). Unsere drei Gründerväter setzten ihr diplomatisches Geschick ein und gewannen alle Protagonisten für die gemeinsame Vision einer Österreichischen Identität innerhalb der Alpin- und Höhenmedizin. Elmar Jenny wurde schließlich der erste Präsident der ÖGAHM.
Am 15. April 1989 fand beim Gasthof Sailer in Innsbruck die Gründungsversammlung der ÖGAHM statt. Kurt Diemberger hielt den Festvortrag. Etwa hundert interessierte Kollegen*innen setzten mit Ihrer Zustimmung den Grundstein für die Österreichische Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin.
Franz Berghold schrieb anlässlich der ersten Ausgabe des Jahrbuches im Jahre 1990:
Franz Berghold, 1990
Schon bald nach der Gründung der ÖGAHM wurde von Franz Berghold das ehrgeizige Projekt der Alpinärztekurse gestartet. Damals war wohl kaum abzusehen, zu welcher Erfolgsgeschichte dieses Alpinärzte-Ausbildungsprogramm werden wird.
Der erste Kurs fand im Juli 1992 als Sommerlehrgang auf der Oberwalderhütte statt. Schon im Jahr darauf übersiedelten die Sommerlehrgänge auf die Franz-Senn-Hütte. Schon bald wurden die Alpinärztekurse der ÖGAHM als Kooperationsprojekt mit der deutschen BExMed organisiert.
Im Jahr 1997 wurde in Interlaken (CH) von der ISMM (International Society for Mountain Medicine) und den medizinischen Kommissionen der UIAA und ICAR ein gemeinsames Curriculum (minimal requirements) für einen Diplomkurs in Mountain Medicine verabschiedet. Damit wurde die erste international anerkannte Diplomausbildung in Mountain Medicine (DIMM) ins Leben gerufen.
Seit dem Jahr 1997 tragen die Alpinärztekurse der ÖGAHM die Akkreditierung der ISMM, UIAA und ICAR.
Bis zum Jahr 2000 wurden die Winterlehrgänge auf der Rudolfshütte durchgeführt. Danach wurde die Franz-Senn-Hütte regelmäßiger Austragungsort für die Sommer- und Winterlehrgänge. Dank der besonderen Gastfreundschaft der Familie Fankhauser und deren rühriger und vorbildlicher Hütten-Organisation sind wir der Franz-Senn-Hütte bis heute treu geblieben. Die Frühjahrslehrgänge, früher Basislehrgänge genannt, wurden seit 1994 auf der Adamekhütte ausgetragen. Dazwischen eingestreut gab es Expeditionslehrgänge und Intensivrefresherkurse auf der Karlsbader Hütte und Klinkehütte. Seit 2011 wurden zusätzlich Winterkurse auf der Planneralm angeboten.
In den Jahren 2010-2011 wurden in Kooperation mit dem Air Rescue College des Christophorus Flugrettungsvereins unter der Leitung von Günther Sumann Spezialkurse in Alpiner Notfallmedizin durchgeführt.
Im Sommer 2011 begingen wir auf der Franz-Senn-Hütte feierlich den 100. Alpinärztekurs. Franz Berghold als Gründungsvater und Organisator der Alpinärztekurse und Klaus Hoi als langjähriger alpinistischer Ausbildungsleiter wurden für ihre großen Verdienste geehrt.
Über die vielen Jahre waren die Alpinärztekurse zu einem Aushängeschild der ÖGAHM geworden. Im Herbst 2017 übergab Franz Berghold nach 26 Jahren die Leitung der Alpinärztekurse an seinen Nachfolger.
Ab 2018 übernahm Günther Sumann die medizinische Leitung der Österreichischen Alpinärzteausbildung. Mit der alpinistischen und organisatorischen Leitung wurde Reinhard Pühringer beauftragt (www.alpinaerzteschmiede.com).
Aufbauend auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre und mit frischer Motivation wurden die Alpinärztekurse reorganisiert und ebenso erfolgreich wie zuvor weitergeführt. Zusätzlich zur bewährten Franz-Senn-Hütte wurden neue Kursstützpunkte gefunden: Heidelberger Hütte (Winterkurs 1), Arco und Muttekopfhütte (Frühjahrskurse).
Internationale Alpinärztekurse der ÖGAHM
Der Gipfel der Inneren Sommerwand steht inmitten der phantastischen Eis- und Felsberge der nördlichen Stubaier Alpen und zählt im Sommer wie im Winter zu den attraktivsten Tourenzielen rund um die Franz-Senn-Hütte. Der Aufstieg von der Franz-Senn-Hütte auf der anspruchsvollen Route über die Kräulscharte erfordert rund drei Stunden.
Als Anerkennung für den beliebten Hauptstützpunkt der Alpinärztekurse, die Franz-Senn-Hütte, wurde auf Initiative von Franz Berghold und der Hüttenwirt-Familie Fankhauser im Sommer 2006 ein außergewöhnlich schönes Gipfelkreuz auf der Inneren Sommerwand aufgestellt. Das Kreuz wurde vom Kapruner Schlosser August Koller angefertigt, damals Ortsstellenleiter der Bergrettung und Mitglied der ÖGAHM.
Die feierliche Gipfelkreuzweihe erfolgte am 7. Juli 2007. Die Kosten für das Alpinärztekreuz der ÖGAHM wurden privat von Franz Berghold und Gerhard Flora getragen.
Profil
Alpinmedizinische Schwerpunkte
Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin
Kardinal Schwarzenberg Klinikum GmbH
Kardinal-Schwarzenbergplatz 1
A-5620 Schwarzach im Pongau
Profil
Alpin-/sportmedizinische Schwerpunkte und Forschung
Ärztlicher Direktor
Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie
RHK Klinikum Ludwigsburg
Posiliopostr. 4
D-71640 Ludwigsburg
Profil
Alpin-/sportmedizinische Schwerpunkte und Forschung
Profil
Leiter des Instituts für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus
(ISAG) der Tirol Kliniken Innsbruck und der UMIT TIROL, Hall/Tirol
Anichstraße 35
A-6020 Innsbruck
wolfgang.schobersberger@tirol-kliniken.at
isag-sportmedizin.at
Profil
Alpin-/sportmedizinische Schwerpunkte und Forschung