2. Medizin-Meteorologisches Sonnblicksymposium

Vom 16. bis 17. September 2017 fand schon zum zweiten Mal im Rahmen unserer Fortbildungsreihe „Höhenmedizinische Wochenendseminare“ das Medizin-Meteorologische Sonnblicksymposium statt.

Die Veranstaltung wurde von der ÖGAHM in Kooperation mit der ZAMG durchgeführt und vom Sonnblickverein, dem Nationalpark Hohe Tauern und dem Alpenverein Rauris unterstützt.

Der Name „Sonnblicksymposium“ ergibt sich aus dem geplanten Veranstaltungsort am Gipfel des Hohen Sonnblick (3106 m), im Zittelhaus und im Sonnblick-Observatorium. Allerdings hatten wir heuer zum zweiten Mal Pech mit dem Wetter. Fast der ganze September war in den Ostalpen verregnet mit entsprechendem Schneefall in Gipfellagen. Für uns Organisatoren war das wieder mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Einige Teilnehmer haben kurzfristig storniert, die Folge davon war ein Grenzgang bezüglich der Kostendeckung der Veranstaltung.  Die Wirtsleute vom Zittelhaus und dem Ammererhof waren auch heuer wieder so großzügig und haben uns in beiden Häusern die Zimmerreservierungen garantiert und damit ermöglicht, dass wir für alle Wetterlagen einen sicheren Austragungsort hatten. Das ist nicht selbstverständlich, und wir wissen das sehr zu schätzen. Danke dafür!  Auch heuer konnten wir wieder in den Ammererhof ausweichen und die Veranstaltung mit 23 Teilnehmern in Kolm Saigurn am Fusse des Sonnblicks durchführen. Selbstverständlich wären die meisten Teilnehmer sehr gerne auf den Sonnblick aufgestiegen. Doch zum Glück können wir das Wetter nicht beeinflussen - leider das Klima schon.

Wir trafen uns im Team der Organisatoren schon am Freitag Abend im Naturfreundehaus Neubau (2175m). Am Samstag Morgen wurde die Frühaufstehergruppe von Karl Wieser durch den Rauriser Berguhrwald zum Neubau geführt. Von dort aus stiegen wir gemeinsam zur Rojacherhütte (2718m) auf, um wenigstens einen Teilaufstieg zum Sonnblick verbuchen zu können. Mit zunehmender Höhe stapften wir wadentief im Schnee. Man musste sehr vorsichtig steigen, weil die Urgesteinsblöcke zumindest so tief von Schnee bedeckt waren, dass man oft nicht genau wusste, wo man hintritt. Winterfühlen im September.

Das fachliche Programm am Nachmittag bot spannende Vorträge aus einem Mix meteorologischer und bergmedizinischer Themen. Frau Mag. Susanne Lehner von der ZAMG Tirol erklärte, wie eine Wettervorhersage zustande kommt, und erklärte Unterschiede zwischen grossräumigen und regionalen Prognosen. Sie zeigte anhand anschaulicher Bilder Wetterzeichen in der Natur und gab uns Hinweise, worauf wir am Berg achten können und sollen. Zum Thema Höhenbergsteigen präsentierte Prof. DDr. Martin Burtscher eine Übersicht über Höhenakklimatisation und die Möglichkeiten der Vorakklimatisation in normobarer Hypoxie. Oberarzt Dr. Markus Stein von der pulmologischen Abteilung des LKH Natters gab einen sehr aufschlussreichen Vortrag über Asthma unter Kälte- und Höhenbedingungen. Den Abschluss der Fachvorträge bildete wieder ein meteorologischer Beitrag. Frau Dr. Elke Ludewig, Leiterin des Sonnblick-Observatoriums und damit auch Gastgeberin des Sonnblicksymposiums, berichtete über die Fortschritte des letzten Jahres und darüber, dass das Sonnblick-Observatorium inzwischen in die elitäre Reihe der weltweiten GAW (Global Atmosphere Watch) – Standorte aufgenommen wurde, eine grosse Auszeichnung für den Forschungsstandort am Sonnblick. http://www.wmo.int/pages/prog/arep/gaw/gaw_home_en.html

 

Nach dem Abendessen führte uns Peter Rohrmoser aus Großarl in einem fesselnd schönen Fotovortrag durch das Land Salzburg: Portrait eines wunderbaren Landes.Der frühere Extrembergsteiger hat sich seit vielen Jahren der Naturfotografie verschrieben und hat sich in Salzburg und über die Grenzen hinaus einen Namen als Herausgeber von großformatigen Bildkalendern und Bildbänden über das Salzburgerland und seine Heimat, das Großarlertal gemacht. (www.naturfotorohrmoser.at)Ein gemütlicher gemeinsamer Abend in persönlichem Rahmen rundete den Tag ab.

Am Samstag Vormittag nach dem gemeinsamen Frühstück führte Elke Ludewig in einem virtuellen Rundgang durch das Sonnblick-Observatorium (www.sonnblick.net)und gab einen Eindruck in die Räumlichkeiten, Labors und den Alltag in der Forschungsstation. Danach wurde die Veranstaltung beendet. Einige Teilnehmer waren sehr weit angereist und hatten weite Heimwege vor sich.

Wir freuen uns darüber, dass wir wieder auf eine sehr erfolgreiche Veranstaltung zurückblicken können. 

Herzlichen Dank an alle Referenten, Teilnehmer, Mitorganisatoren, an das Sekretariat, Katrin und Reinhard Pühringer, und an die Gastgeber und Sponsoren!

Zu den Bildern

Dr. Günther Sumann, ÖGAHM
Mag. Bernd Niedermoser, ZAMG, Leiter der Regionalstelle für Salzburg und Oberösterreich

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